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10 -jähriges Jubiläum der Krisenwohung des Mädchennotdienstes

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Am 16.03.2011 haben wir 10-jähriges Jubiläum gefeiert.

Rückblickend betrachtet, ist es, als wäre es gestern gewesen! Die Krisenwohnung des Mädchennotdienstes in Trägerschaft von Wildwasser e.V. feierte am 05.03.2001 ihre Eröffnung. Die ersten Mädchen wurden aufgenommen, es entwickelten sich Kooperationen mit den Jugendämtern und anderen Trägern, die ersten Erfolge wurden sichtbar, konzeptionelle Unstimmigkeiten führten zur Weiterentwicklung. In diesen Jahren kämpften wir um die Anerkennung unserer Arbeit und wurde mit unterschiedlichen Preisen ausgezeichnet.
2004 wurde unser Einsatz für Gleichberechtigung und gesellschaftliche Partizipation von Mädchen und jungen Frauen mit Migrationshintergrund mit dem Integrationspreis des Berliner Beauftragten für Integration und Migration ausgezeichnet.
2007 gab es Auszeichnung mit einem Sonderpreis des Präventionspreises des Landes Berlin für interkulturelle Elternarbeit.

Und nun haben wir die ersten 10 Jahre hinter uns und es ist an der Zeit zuschauen, wo stehen wir? Wo wollen wir hin?

Uns war es wichtig, dieses Jubiläum nicht in einem kleinen kollegialen Rahmen zu feiern, sondern mit einer breiteren Fachöffentlichkeit in den Austausch zu gehen, über unser Konzept zu sprechen, nach neuen Ideen und  Wegen zu schauen und über fachpolitische Anforderungen und Erwartungen an die geschlechtsspezifische Jugendhilfe zu diskutieren. Unser Hauptziel war es, die rechtlichen Ansprüche, Partizipation und Beteiligung der Jugendlichen und ihrer Eltern in den Mittelpunkt zu stellen. Gemeinsam mit den Tagungsteilnehmerinnen versuchten wir über die gesellschaftliche Verantwortung für die Gruppe „Mädchen in Not“ zu diskutieren und Ideen zu entwickeln, was die Jugendhilfe, Politik, Gesellschaft im geschlechtsspezifischen und interkulturellen Kontext  leisten kann, will oder wird.
Es war uns auch wichtig, dass zum unserem Jubiläum auch unsere KlientInnen sichtbar werden, mit ihren Sorgen, Ressourcen und Perspektiven.

Die Tagung verlief unter dem Titel: "Am Rand und mittendrin - gesellschaftliche und politische Verantwortung für die Randgruppe 'Mädchen in Not'".

In der alltäglichen Arbeit mit den Familien stellen wir fest, dass viele Klientinnen, ins Besondere die Angehörigen der so genannten “Randgruppen“  den Zugang in das Jugendhilfesystem viel zu spät finden, bzw. die Angebote sehr schwer annehmen können. Durch die Sparmaßnahmen, die in der Berliner Jugendhilfe vor einigen Jahren durchgesetzt wurden, bekamen viele Jugendliche und ihre Eltern das Gefühl, nicht mehr gehört zu werden, was die Annahme der bewilligten Maßnahmen zusätzlich erschwerte. Deshalb  war es uns ein Anliegen, auch diese Erfahrungen mit anderen zu teilen, über die rechtlichen Ansprüche zu diskutieren und zu schauen, was wir gemeinsam gesellschaftlich und politisch bewirken können.

tl_files/wildwasser/Bilder/Newsletter2011/10JahreMND.jpgZum Ausklang der Tagung gestalteten wir zusammen einen Wunschbaum. Hier konnten Vorschläge, Kritik und Wünsche sowohl für die Mitarbeiterinnen der Krisenwohnung des Mädchennotdienstes als auch an die Politik angebracht werden.

 


Fazit:
Die Tagung war ein Erfolg:
Alle Plätze waren besetzt.

Die Atmosphäre war mit Interesse, Engagement und Fachlichkeit erfüllt.
Das Publikum war kritisch, hinterfragend und kompetent.
Die Referentinnen warfen viele Thesen auf und vermittelten ihr Wissen
und die PodiumsteilnehmerInnen diskutierten offen und fair.

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